Gemeinsam überzeugen Aufklärung durch Zusammenarbeit

Kaum ein Bereich des Lebens kommt heut­zutage ohne zuverlässige und sichere Kommu­nikationssysteme aus. Sie sind essenziell für eine funktionierende Wirtschaft und für viele weitere Bereiche unserer eng vernetzten ­Gesellschaft. Sie schaffen die Voraussetzung für Mobilität, Datenaustausch sowie Kapital-, Waren- und Dienstleistungstransfer. Sie ermöglichen das einfache Telefonieren und ­lassen uns via Kurznachrichtendienste, soziale Netzwerke oder Instant-Messenger mit­einander in Verbindung treten. Sie sorgen aber auch für die Vernetzung von medi­zinischen Geräten in einem Operationssaal und sind Voraussetzung für die Industrie 4.0 sowie für die Energie­wende oder den Betrieb von kritischen Infrastrukturen. Mit der immer stärkeren Ver­breitung von Kommunikationssystemen entstehen dabei immer auch neue Ab­hängigkeiten des Meschen von der ein­wandfreien Funktionsfähigkeit der Systeme.

Bis zum Jahr 2018 werden weltweit voraussichtlich allein 1,3 Millionen Industrieroboter miteinander kommunizieren und kooperieren.

UNSER EMPFINDLICHES DIGITALES NERVENSYSTEM

Durch Kommunikationssysteme intelligent ­vernetzte Wertschöpfungsketten ermög-
­­­li­chen systemische, energie- und ressourcenschonende Produktionsprozesse und neue Lösungen für ­Mobilität und Logistik. Die Dynamik der Digita­lisierung im Produktions- und Dienst­leistungssektor ist wei­terhin unge­brochen: Bis zum Jahr 2018 werden weltweit voraussichtlich allein 1,3 Millionen Indus­trie­roboter miteinanderkommunizieren und ­kooperieren. Im Internet der Dinge werden bis 2020 schätzungsweise 50 Milliarden Endgeräte interagieren. Leistungsfähige und sichere Kommunikationssysteme entwickeln sich daher immer mehr zum zentralen Nervensystem für Anwendungsfelder wie Industrie 4.0, Telemedizin und autonomes Fahren.

Gleichzeitig nimmt aber auch die Bedrohung durch Sicherheitslücken in diesen Systemen zu. Die Zahl der IT-Angriffe durch Kriminelle, ­Spione und Terroristen steigt von Jahr zu Jahr. Die Angriffe werden immer professioneller. Kriminelle Dienstleistungen können immer häufiger über das Internet bezogen werden. IT-Sicherheit ist damit eines der integralen Themen der In­formations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) geworden. Nicht nur für den Staat und die Wirtschaft, sondern auch und insbesondere für den einzelnen Bürger.

Arne Schönbohm ist Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. Arne Schönbohm ist Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. © Xenia Fink

NACHHOLBEDARF IN SACHEN DATENSCHUTZ

Mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung unserer Gesellschaft bekommen Aspekte wie Datenschutz und Privacy im Internet eine immer größere Bedeutung. Während es eine gesellschaftliche Aufgabe früherer Jahrzehnte war, Medienkompetenz zu vermitteln, ist es die vorrangige Aufgabe unserer Zeit, IT-Sicherheitskompetenz zu vermitteln. In allen Bereichen und auf allen Ebenen, für alle Altersgruppen und Nutzerprofile. Zahlreiche Aktivitäten geschehen inzwischen online und sowohl berufliche als auch private Kommunikation findet in großem Umfang in digitalen Räumen statt. Viele Menschen nutzen soziale Netzwerke und geben dabei so viele personenbezogene Informationen preis wie nie zuvor. Der Schutz ihrer Daten bestätigt sich somit ­zunehmend als ein zentrales demokratisches Gut.

Während es eine gesellschaftliche Aufgabe früherer Jahrzehnte war, Medienkompetenz zu vermitteln, ist es die vorrangige Aufgabe unserer Zeit, IT-Sicherheitskompetenz zu vermitteln.

Bürgerinnen und Bürger müssen in die Lage versetzt werden, selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt zu agieren und ihre Per­sön­lich­keits­rechte effektiv zu schützen. Sie müssen ent­sprechende Kom­peten­zen ent­­wickeln – und ihnen müssen entsprechende Angebote gemacht werden. Nicht zuletzt, weil die „digitale Sorglosigkeit“ ein immer noch weit ver­breitetes Phänomen ist. Der ­Ein­satz von Viren­scannern und die Instal­lation einer Personal ­Firewall sind bei Privatnutzern noch nicht in zufriedenstellendem Maße verbreitet, und auch Sicherheitsupdates für das Betriebssystem oder die genutzten Anwenderprogramme werden unregelmäßig eingespielt. Weniger als die Hälfte der privaten Internetuser nutzen dafür die automatischen Update-Funk­tionen der Betriebssysteme und Anwendungen.

DIE ALLIANZ FÜR CYBER-SICHERHEIT

Diese umfassende „Anleitung zur Prävention“ kann nicht nur eine Aufgabe staatlicher In­stanzen sein, sie verlangt ein Zusammenwirken ­aller Akteure. Mit der Allianz für Cyber-Sicherheit (www.allianz-fuer-cybersicherheit.de), die 2012 mit dem ITK-Branchenverband Bitkom initiiert wurde, verfolgt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Ziel, die Widerstandsfähigkeit des Standortes Deutschland, insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), gegenüber Cyberangriffen zu stärken. Dies erfolgt unter anderem durch die Bereitstellung praktikabler IT-Sicherheitsempfehlungen für KMU durch das BSI und durch Partner der Allianz. Der Allianz gehören inzwischen mehr als 1.800 Institutionen an, davon knapp 100 Partnerunternehmen und mehr als 40 Multiplikatoren. Hinzu kommt eine intensive Kooperation mit der Wissenschaft. Und damit auch die Bürger die Chancen des Internet ­sicher nutzen können, hat das BSI mit „BSI für Bürger“ (www.bsi-fuer-buerger.de; https://twitter.com/bsi; www.facebook.com/bsi.fuer.buerger) ein entsprechendes Informations­angebot aufgebaut, das sich speziell an ­Privatanwender richtet, die sich in der vernetzten Welt sicher bewegen wollen. Neben der reinen Informa­tion zu unterschiedlichsten IT-Sicherheitsthemen bietet das BSI dort auch konkrete Handlungsempfehlungen etwa zur Verschlüsselung an.

SICHERHEITSKONZEPTE FÜR ALLE BÜRGERINNEN UND BÜRGER

Mit dem Verein Deutschland sicher im Netz steht dem BSI ein weiterer wichtiger Ko­operationspartner mit sehr guter Ver­netzung und einem umfassenden Sicherheitsverständnis zur Verfügung. Das BSI und DsiN richten sich mit ihren Angeboten an Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft sowie Verwaltung und stellen Hilfsmittel bereit, die speziell auf diese Zielgruppen zugeschnitten sind und ­ihnen helfen, sich mit der Problematik IT-Sicherheit auseinanderzusetzen. Beide möchten Internet­nutzer nicht nur informieren, sensibilisieren und aufklären, sondern auch Schutzmaßnahmen etablieren.

Damit zeigen DsiN und BSI gemeinsam sehr konkret und praktisch, wie eine enge Kooperation der mit IT-Sicherheit befassten Institutionen ermöglicht, das Thema mit all seinen unterschiedlichen Aspekten an unterschiedlichste Zielgruppen kompetent zu adressieren. Als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde hat das BSI die Aufgabe, die Informationssicherheit in der Digitalisierung für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. Mit dem kooperativen Ansatz und zusammen mit der Public-Private-Partnership Deutschland sicher im Netz ist hierzu eine wesentliche Grundlage geschaffen.

Die Ergebnisse aus den Bürgerforen des DsiN-­Jahreskongresses – von Verbraucherbildung und IT-Sicherheitsdialog bis Wirtschaftsinnovationen – finden Sie eindrücklich hier zusammengefasst.

Interview mit Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf dem DsiN-Jahreskongress anlässlich des 10-jährigen Bestehens von Deutschland sicher im Netz.


X

Sie verwenden einen sehr alten Browser.

Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser.
Aktuelle Browser finden Sie hier