Deutschland wird WLAN-Hotspot-Land und IT-Kompetenz nötiger denn je

Die WLAN-Störerhaftung ist Geschichte. Seit dem Sommer 2016 können Unternehmen, Bürger und Institutionen ihre WLAN-Netze mit anderen teilen, ohne für deren Tun zu haften. Mit dieser rechtlichen Neuregelung wird digitale Aufklärungsarbeit wichtiger denn je. Denn naiv genutzt bergen offene Netze erhebliche Cyberrisiken. Erst im souveränen Umgang können ihre Potenziale voll ausgeschöpft werden.

Mit dem Wegfall der WLAN-Störerhaftung hat die Politik eines ihrer digitalen Kernversprechen umgesetzt. Die Gesetzesänderung stellt WLAN-Betreiber – ob Privatperson, Unternehmen oder Gastronom – mit klassischen Providern gleich. Damit haften sie nicht mehr für Urheberrechtsverstöße durch fremde User in ihren Netzen.

Ganz bewusst hat der Gesetzgeber darauf verzichtet, den Betreibern freier WLANs Schutzmaßnahmen für ihre Netze vorzuschreiben. Ob und in welcher Weise sie Maßnahmen zum eigenen Schutz oder zum Schutz ihrer Nutzer ergreifen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Diese neue WLAN-Freiheit ist ein großartiger Fortschritt. Sie wird die Digitalisierung hierzulande weiter vorantreiben. Doch sie verlangt auch eine ganz neue IT-Kompetenz – bei Usern wie Betreibern. Sie verlangt bewusstes Handeln im Netz und den souveränen Einsatz von IT-Sicherheitskonzepten. Sie braucht digitale Bildung.

Nur so kann es gelingen, dass WLAN-Anbieter nicht allzu sorglos ihre Netze öffnen, sondern im Vorfeld Konzepte entwickeln, wie sie öffentliche und interne Datenströme sicher trennen und ihre eigenen Netze effektiv schützen können. Nur so schaffen wir es, dass User öffentliche Netze umsichtig nutzen, ihre Endgeräte richtig konfigurieren und Verschlüsselung sowie virtuelle private Netz-werke (VPN) bewusst für ihre persönliche -Sicherheit einsetzen.

Ralf Koenzen ist Geschäftsführender Gründungsgesellschafter der Lancom Systems GmbH Ralf Koenzen ist Geschäftsführender Gründungsgesellschafter der Lancom Systems GmbH © Xenia Fink

Seit nunmehr zehn Jahren nimmt Deutschland sicher im Netz Schüler, Verbraucher und Unternehmen an die Hand, um sie in genau solchen Fragen zu bilden. Das Engagement für digitale Aufklärung und Wissensvermittlung außerhalb von Schule und Lehre hat einen enormen Stellenwert. Es macht Angebote für alle Gesellschaftsschichten und Altersklassen, für Privatpersonen und den klassischen deutschen Mittelstand. Viele dieser Zielgruppen wären über traditionelle Wege in Schulen und Universitäten nicht erreichbar.

Wir müssen Wege finden, die Menschen zum Handeln zu motivieren.

Wie wichtig dieses Engagement ist, belegt einmal mehr der diesjährige DsiN-Sicherheitsindex. Er zeigt auf, dass das Sicherheitsverhalten der deutschen Verbraucher im Netz deutlich hinter ihren Schutzkenntnissen zurückbleibt.

Genau hier liegt die große Herausforderung der Zukunft. Wir müssen Wege finden, die Menschen zum Handeln zu motivieren. Dazu brauchen wir Produkte, die per se ein hohes Maß an Sicherheit aufweisen, also „secure by design“ sind. Und wir brauchen den persönlichen Dialog zwischen Experten und Nutzern, wie Plattformen wie DsiN ihn ermöglichen. Mit Formaten und Angeboten wie der Digitalen Nachbarschaft oder IT-Sicherheit@Mittelstand sind wichtige Schritte getan, die es auszubauen gilt.

HILFE ZUR SELBSTHILFE IM MITTELSTAND

Die Veranstaltungsreihe IT-Sicherheit@Mittelstand von DsiN und DIHK bietet Entscheidern bundesweit praxisnahe Kurse für digitalen Schutz im Unternehmen. Grundlage sind kostenlose Schulungsmaterialien, die von DsiN entwickelt und in den IHKs vor Ort präsentiert werden: in bis zu acht Workshops jeden Monat. Dabei wird den Teilnehmern eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglicht. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie ist Schirmherr.

www.dsin.de/it-sicherheit-mittelstand

DSIN-SICHERHEITSINDEX

Die Aufklärungsarbeit erfordert Maßnahmen, die auf die konkreten Bedürfnisse der Verbrauchertypen – Fatalisten, Gutgläubige, Außenstehende und Souveräne – abgestimmt sind. Der DsiN-Sicherheitsindex gibt Auskunft über ihre digitale Bedrohungslage – und zeigt Anknüpfungspunkte, um die Sicherheitspraxis der jeweiligen Zielgruppe zu verbessern.

www.dsin.de/sicherheitsindex


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