„Bits kennen keine Grenzen“

„Nicht mein Problem“ – das sagt sich leicht. Hersteller wünschen sich aufgeklärte Verbraucher, die wiederum fordern Hilfe vom Staat und der sieht sich versucht, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Dabei wollen alle dasselbe: Sicherheit im Netz.

Hersteller, Staat oder Anwender: Wer trägt Verantwortung für IT-Sicherheit?

Franz König ist Schriftführer im Verein zur Förderung der Seniorenarbeit in Lohmar e.V.

Jeder trägt seinen Teil zur IT-Sicherheit bei. Die Hersteller sind verantwortlich dafür, dass ihre Hard- und Software so genutzt werden kann, dass beim Einsatz keine sicherheitsrelevanten Probleme auftreten. Die Nutzer müssen sensibilisiert und geschult werden, damit sie keine Sicherheitsrisiken eingehen. Und der Staat muss entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Entscheidend geht es hierbei darum, dass die IT-Sicherheit für den Nutzer durchschaubar bleibt. Die Grenzen verlaufen dort, wo der Normalanwender die Zusammenhänge nicht mehr verstehen kann. Anwender müssen auf einen Blick erkennen können, ob ihre eingesetzte Hard- und Software sicher ist, und sie müssen Hilfen erhalten, wie sie den aktuellen Stand verbessern können. Eine Art Armaturenbrett, das die entsprechenden Informationen liefert, könnte im Betriebssystem oder in einer zusätzlichen Software verankert sein.

Franz König ist Schriftführer im Verein zur Förderung der Seniorenarbeit in Lohmar e.V. Franz König ist Schriftführer im Verein zur Förderung der Seniorenarbeit in Lohmar e.V. © Xenia Fink

Dirk Heitepriem ist Director Governmental Relations EMEA bei BlackBerry

Wir alle nutzen die Vorteile des Internets, doch wird immer deutlicher, welche Gefahren es auch birgt. Eine natürliche Reaktion ist es, nach einem wachsamen Staat zu rufen, der uns vor diesen Gefahren schützt. Aber ist wirklich der Staat für unsere Sicherheit im Netz verantwortlich? Dieses Netz ist global ausgerichtet, ein Staat allein kann kaum einen umfassenden Schutz per Gesetz schaffen – außer er blockiert weite Teile des Internets komplett. Schon deshalb sind wir alle dazu aufgerufen, für den größtmöglichen Schutz zu sorgen. Der Staat, indem er Rahmenbedingungen und Spielräume für multinationale Lösungen schafft und neue technologische Möglichkeiten fördert. Und die Hersteller, indem sie sich in jedem einzelnen Entwicklungsschritt auf Sicherheit fokussieren und die Nutzbarkeit vereinfachen. Denn jede Technologie ist immer nur so gut, wie sie für den Anwender nutz- und verstehbar ist.

Dirk Heitepriem ist Director Governmental Relations EMEA bei BlackBerry Dirk Heitepriem ist Director Governmental Relations EMEA bei BlackBerry © Xenia Fink

Prof. Dr. Sachar Paulus ist Experte für IT-Sicherheit an der Hochschule Mannheim und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V.

IT-Sicherheit ist ein globales Problem – einfach deshalb, weil die Bits im Internet nicht vor Grenzen haltmachen. Doch „grenzenlos“ darf nicht „unkontrolliert“ bedeuten. Cyberkriminalität ist nur zu bekämpfen, wenn sie aufgedeckt und verfolgt wird und zu entsprechenden Konsequenzen führt. Es gibt noch einen anderen Punkt: Im World Wide Web prallen unterschiedliche Kulturen aufeinander, was zu widersprüchlichen Rechtsauffassungen führt, etwa in Datenschutzfragen. Meiner Ansicht nach sollten juristische Querelen am Ort des Nutzers ausgetragen werden und nicht, wie heute so oft, am Ort des Diensteanbieters. Nächster Schritt: Die juristischen Folgen müssen international durchsetzbar sein. Dafür sind Abstimmungen zwischen Staaten erforderlich – mehr aber nicht: Eine staatliche Vorgabe von konkreten Sicherheitsmaßnahmen kann nicht funktionieren, Staaten sollten immer nur den Rahmen bilden.

Prof. Dr. Sachar Paulus ist Experte für IT-Sicherheit an der Hochschule Mannheim und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. Prof. Dr. Sachar Paulus ist Experte für IT-Sicherheit an der Hochschule Mannheim und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. © Xenia Fink

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