Vernetztes und automatisiertes Fahren ein Quantensprung für die Sicherheit

Die deutsche Automobilindustrie treibt die Digitalisierung im und um das Auto konsequent voran. Bis zum Jahr 2018 investieren unsere Hersteller 16 bis 18 Milliarden Euro in das vernetzte und automatisierte Fahren, denn es macht individuelle Mobilität effizienter, komfortabler und sicherer.

Intelligente Vernetzung ermöglicht eine effiziente Steuerung des Verkehrsflusses. Fahrzeuge werden miteinander und mit ihrem Umfeld kommunizieren, sie werden sich über die Verkehrslage austauschen, sie werden sich gegenseitig vor Gefahren warnen. Zudem werden Autos künftig in der Lage sein, durch hochautomatisierte Fahrfunktionen den Fahrer in Routinesituationen noch weiter zu entlasten, in kritischen Situationen zu unterstützen oder diese sogar zu vermeiden. Autofahren wird damit noch sicherer.

Die Entwicklung von automatisierten Fahrfunktionen geht Schritt für Schritt voran: von der aktuellen Teilautomatisierung über die Hochautomatisierung ab dem Jahr 2020 zur Vollautomatisierung ab 2025. Dabei verlieren wir das Thema Sicherheit nie aus den Augen. Unsere Hersteller informieren die Kunden genau, was die Systeme schon können und was nicht. Bei den heutigen Angeboten und der derzeitigen Gesetzeslage muss der Fahrer immer die Kontrolle behalten. Das gilt zum Beispiel für Einparkhilfen oder Spurhalteassistenten. In naher Zukunft wird es Parkhäuser geben, wo man mit dem Smartphone einchecken kann und sich das Auto dann selbstständig seinen Parkplatz sucht. Mit Fahrzeugen, die vollautomatisch fahren, ist hingegen in nächster Zeit nicht zu rechnen.

 

Dr. Joachim Damasky ist Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. Dr. Joachim Damasky ist Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und im Beirat von Deutschland sicher im Netz e.V. © Xenia Fink
Anstatt Risikodebatten zu führen, sollten wir Chancen und Herausforderungen des vernetzten und automatisierten Fahrens klar darstellen.

Laut Roland Berger liegen die deutschen Hersteller bei der Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen im internationalen Vergleich an der Spitze. Und auch die Verbraucher setzen auf die Automobilindustrie. So hat eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest in Deutschland ergeben, dass die Mehrheit einem Automobilhersteller am ehesten zutraut, das erste und gleichzeitig erfolgreichste automatisierte Fahrzeug auf den Markt zu bringen.

Voraussetzung dafür, dass sich die Menschen für diese neue Form der Mobilität begeistern, ist die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Sicherheit hat absoluten Vorrang. Systeme werden erst dann in den Markt gebracht, wenn sie technisch völlig ausgereift und mit redundanten Sicherheits- und Kontrollsystemen ausgestattet sind. Hier arbeiten die deutschen Hersteller mit größtmöglicher Sorgfalt.

Gleiches gilt für den Umgang mit den im Auto anfallenden Daten. Hierauf legen wir besonderes Augenmerk. Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, werden die Datensysteme für die Navigations-, Telematik- und Infotainment-Anwendungen getrennt von den fahrrelevanten Systemen in der Fahrzeugelektronik eingebaut. Sicherheitsrelevante Bereiche im vernetzten Fahrzeug werden zudem durch spezielle Hard- und Softwaresysteme vor unerlaubten Zugriffen geschützt. Das erschwert Hacker-Angriffe.

Durch die zunehmende Vernetzung und Automatisierung fallen viele Daten an, deren datenschutzrechtliche Absicherung geregelt werden muss. Das Auto wird zur mobilen Kommunikationsplattform. Dazu entwickeln die Automobilunternehmen technische Lösungen, die den Datenzugriff für bestimmte Personenkreise erlauben und andere davon ausschließen. Die Mitgliedsunternehmen des VDA haben hierfür gemeinsame Datenschutz-Prinzipien festgelegt. Diese umfassen die drei Kernpunkte Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit.

Vernetztes Fahren – aber sicher!

Der DsiN-Sicherheitsindex 2016 zeigt: Die Digitalisierung der Mobilität eröffnet Chancen, aber der Wandel wirft auch neue Fragen auf. Die DsiN-Initiative zum vernetzten Fahren informiert Verbraucher über aktuelle Projekte im Bereich der mobilen Vernetzung und beantwortet Fragen zu Sicherheit und Datenschutz. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

mobilitaet@sicher-im-netz.de

Denn nur wenn der Kunde informiert ist und entscheiden kann, welche Angebote er nutzen möchte, wird er die neuen Technologien und Dienstleistungen annehmen. Anstatt Risikodebatten zu führen, sollten wir Chancen und Herausforderungen des vernetzten und automatisierten Fahrens klar darstellen. Mit leistungsfähigen Produkten und einer eingebauten Sicherheitskultur leistet die deutsche Automobilindustrie hierzu ihren Beitrag.

Schauen Sie, was Norbert Barthle, der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, im Bürgerforum Wirtschaft des DsiN-Jahreskongresses über die „Vernetzung der Welt“ vorträgt. Auch ein Interview mit dem Autor finden Sie online.


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