Jetzt Stärken bündeln für ein sicheres digitales Leben

Wir skypen mit Geschäftspartnern in Singapur und verschicken Konstruktionszeichnungen als Mail-Anhang nach Brasilien. In unserer Freizeit chatten wir über WhatsApp und laden Fotos auf Instagram hoch. Kein Zweifel: Das Internet ist fester Bestandteil unseres Alltags, ja unseres gesamten Lebens geworden.

Doch die vernetzte Welt hat auch ihre Schattenseiten. Ein Klick auf einen gefährlichen E-Mail-Anhang, ein Besuch auf der falschen Website, ein veraltetes Virenschutzprogramm: Schnell wird deutlich, dass viele Gefahren im Netz lauern. Stets muss damit gerechnet werden, dass Kriminelle die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, um sich zu bereichern oder Schaden anzurichten. Ob Bots in Firmennetzwerken wertvolles Wissen ausspionieren oder Nutzer durch Ransomware erpresst werden: Sicherheit ist und bleibt ein hochaktuelles Thema – für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen, die sich um die Integrität ihrer Daten sorgen.

Gemeinsam ist man stärker. Das ist auch der Kerngedanke von Deutschland sicher im Netz.

Das gilt umso mehr, je umfassender und komplexer die Vernetzung wird. Heute sind nicht mehr nur Computer miteinander verbunden, sondern zunehmend auch Maschinen, Häuser, Lifestyle-Accessoires und Gebrauchsgegenstände aller Art. Mit der Virtual-Reality-Technologie ist schließlich auch unsere Sicht auf das „echte“ Leben unmittelbar betroffen. Damit sind Energieversorger, Anbieter im Gesundheits- und Verkehrswesen oder Behörden längst nicht mehr die einzigen Akteure, bei denen Vorfälle systemrelevant werden können.

Genau wie im öffentlichen Raum möchten wir uns natürlich auch im Netz sicher und ohne Sorge bewegen können. Hier gilt, was in anderer Hinsicht längst zum Allgemeinwissen gehört: Gemeinsam ist man stärker. Das ist auch der Kerngedanke von Deutschland sicher im Netz. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, umfassend über die Gefahren im Internet aufzuklären. Mehr noch: Wir wollen dafür sorgen, dass sowohl Unternehmen als auch jeder einzelne Bürger bestmöglich auf die digitale Zukunft vorbereitet sind – und zwar auf die damit verbundenen Chancen und Risiken gleichermaßen. Dabei geht es nicht um einen Rundum-Schutz als Garantie für maximale Sorglosigkeit. Wir möchten dazu beitragen, dass sämtliche Nutzer in der Lage sind, verantwortungsvoll mit den Risiken der Digitalisierung umzugehen. Und vor allem möchten wir ihnen die dazu notwendigen Instrumente an die Hand geben.

Hartmut Thomsen ist Geschäftsführer von SAP Deutschland und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz e.V. Hartmut Thomsen ist Geschäftsführer von SAP Deutschland und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz e.V. © Xenia Fink

VIELFÄLTIGE PROJEKTE UND INITIATIVEN

Das ist eine anspruchsvolle und fordernde Aufgabe, die nur von einem Netzwerk engagierter Menschen und Organisationen bewältigt werden kann. Glücklicherweise gibt es überall in Deutschland Projekte, Initiativen und Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Die Motive mögen unterschiedlicher Natur sein. Einige tun es, weil es sie in ihrem Kern betrifft. Andere, weil sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen. Ganz gleich jedoch, warum und wie: 37 Wichtig ist, dass es sie gibt.

Viele Instrumente machen aber noch kein Orchester. Denn wenn jeder nur seine eigenen Projekte umsetzt, werden die einzelnen Stimmen verhallen – oder schlimmer noch: Sie werden Teil einer großen Kakophonie, die niemand hören möchte. Ein konzertiertes Vorgehen hat dagegen viele Vorteile. Alle Beteiligten können von gemeinsamen Erfahrungen profitieren und ihre Expertise und Stärken einbringen. Auf diese Weise sprechen alle mit einer Stimme. Das nutzt dem großen Ganzen ebenso wie dem Einzelnen.

Nun heißt dies nicht, dass wir als DsiN immer und überall mitreden müssen. Vielmehr schaffen wir eine Plattform zum Austausch über Herausforderungen und Lösungsansätze, zum Knüpfen und zum Ausbau von Kontakten sowie zur Koordination gemeinsamer Aktivitäten. Wir schaffen eine Plattform, die gleichermaßen Drehkreuz für Informationen, Knotenpunkt der Kommunikation und Wissensressource ist.

AKTIONSBUND DIGITALE SICHERHEIT

In Deutschland gibt es zahlreiche gute Initiativen zum sicheren Umgang mit dem Netz. Um Verbrauchern den Zugang zu erleichtern, müssen sie besser miteinander vernetzt werden. Dies hat sich der Aktionsbund Digitale Sicherheit zur Aufgabe gemacht: Er bringt Initiativen und Veranstaltungen von gemeinnützigen Organisationen zusammen. Ein Aktionsfinder führt Internetnutzer zu den Aufklärungsangeboten, die ihren Bedürfnissen, Wissensniveaus und ihrer lokalen Umgebung entsprechen. Seit dem Start haben sich über 40 Initiativen aus den Bereichen Prävention und Aufklärung, Wissenschaft und Bildung sowie gemeinnützige Verbände in der Plattform zusammengeschlossen.

www.aktionsbund.org

DIGITALE AUFKLÄRUNG IN DER PRAXIS

Gerade bei innovativen Diensten kann effiziente Aufklärung nur im Verbund erfolgen. Ein anschauliches Beispiel hierfür findet sich im Bereich Gesundheit. Die ersten Krankenkassen führen Tarife ein, die sich nach dem Verhalten der Kunden bemessen. Viele der für eine solche Einschätzung notwendigen Daten werden über Fitnessarmbänder übermittelt. Das wirft natürlich Fragen im Hinblick auf den Datenschutz auf. Wichtige Aspekte wie die Anonymisierung von Patientendaten oder die Speicherung von Daten in der Cloud müssen erörtert werden. Auch hier sind wir gemeinsam stärker, denn es geht um die Vernetzung der beteiligten Akteure: Krankenkassen treten in den Dialog mit Ärzte- und Patientenverbänden sowie Sicherheitsexperten und Anbietern aus der Wirtschaft. Erst wenn der Diskurs sichtbar und transparent wird, kann ein stimmiges Gesamtbild entstehen, das der Sache dient und Ängste von Nutzern beseitigt.

 

Ähnlich verhält es sich mit dem „Aktionsbund Digitale Sicherheit“. In diesem Bund haben sich bisher rund 40 Organisationen und Verbände zusammengeschlossen, die Schutz, Sicherheit und Vertrauen für Menschen im Internet durch konkrete Hilfestellungen unterstützen möchten. Der Aktionsbund zeigt exemplarisch, wie ein effektives gemeinsames Wirken funktionieren kann: Die Aufklärungsarbeit passiert vor Ort und wird unter dem weitgespannten Dach von DsiN gebündelt. Auf diese Weise geht kein Wissen verloren und keine Botschaft scheitert an einer zu geringen Reichweite, sondern kann durch kontinuierlichen Austausch systematisch verbreitet werden.

VERTRAUEN IST UNSER KAPITAL

Die Wirkmächtigkeit einer Initiative wie DsiN steht und fällt mit ihrer Glaubwürdigkeit und Integrität. Als Verein, in dem gut zwei Dutzend renommierte Mitglieder ihre Expertise konzentrieren, sind wir ehrenamtlich tätig. Die Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière trägt zweifelsohne auch einen erheblichen Teil dazu bei.

In einer Welt, in der das Entwicklungstempo fast schon täglich zunimmt, kann niemand alles wissen.

In einer Welt, in der das Entwicklungstempo fast schon täglich zunimmt, kann niemand alles wissen. Deshalb steht DsiN in ständigem Austausch mit den unterschiedlichsten Institutionen, wie etwa dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Auch Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme und Stiftungen wie „Digitale Chancen“ sind unsere Dialogpartner. Damit ein fortlaufender Erfahrungsaustausch gut funktioniert, sind persönliche Treffen unabdingbar – mit den Jahreskongressen und den DsiNsights Breakfasts bieten wir dafür die passenden Gelegenheiten. Und – ohne unbescheiden wirken zu wollen – es gibt auch einige Erfolge zu vermelden. Als Beispiele für gelungene Kooperationen seien hier die Handlungsversprechen „Einfach Verschlüsseln“ (gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT) und unser DsiN-Sicherheitsbarometer (kurz: SiBa-App, mit Partnern wie dem BSI, dem Bundeskriminalamt, dem Banken- und Versicherungsverband sowie Unternehmen) erwähnt.

 

DSIN-JAHRESKONGRESS

Schutz, Sicherheit und Vertrauen in der digitalen Gesellschaft erfordert den kontinuierlichen Austausch zwischen allen Akteuren der Digitalisierung. Zentral dafür sind persönliche Begegnungen – vor Ort mit Bürgern sowie auch zwischen den Experten und Entscheidern. Mit dem DsiN-Jahreskongress ermöglicht der Verein jedes Jahr ein hochrangiges Zusammentreffen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Besonderes Augenmerk gilt auch hier der 39 Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern. Ihre Bedürfnisse und Fragen sind für die Arbeit von DsiN entscheidend, um Sicherheit und Vertrauen gleichermaßen aufzubauen und zu verstärken.

www.dsin.de

Ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Vielleicht. Aber in jedem Fall der Auftakt zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit auf den unterschiedlichsten Ebenen. Wie ein Verbund, bei dem die einzelnen Komponenten perfekt ineinandergreifen und damit ein umso stabileres Gesamtkonstrukt bilden, wollen wir weiterhin unser übergeordnetes Ziel verfolgen, ein Ziel, das unser Name bereits formuliert: Deutschland sicher im Netz. Je mehr Unternehmen, Organisationen und Initiativen sich hier einbringen, desto mehr können wir erreichen.

Wir haben gute Argumente: eine umfassende Vernetzung sowie ausgearbeitete und leicht zugängliche Angebote. Und wir registrieren: Immer mehr Menschen und Betriebe hören uns zu. Sie haben verstanden, dass zu einem souveränen Leben in einer digitalisierten Welt gehört, die Risiken zu kennen und sich wirksam vor ihnen zu schützen.


X

Sie verwenden einen sehr alten Browser.

Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser.
Aktuelle Browser finden Sie hier