Wie ich zur SiBa-App kam – und dort geblieben bin DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger befragt die App-Nutzer Axel Vedder und Georg Klysch über ihre Erfahrungen damit

Seit November 2015 informiert die App des DsiN-Sicherheitsbarometers (kurz SiBa-App) über aktuelle Risiken und Bedrohungen im ­digitalen Alltag. Der Geschäftsführer von DsiN, Dr. Michael Littger, ­un­ter­hält sich mit zwei von 35.000 aktiven Nutzern über ihre Erfahrungen mit der App: Axel Vedder und Georg Klysch

Dr. Michael Littger: Wie sind Sie zum Sicherheitsbarometer von DsiN gekommen?

Axel Vedder: Ich kann mich leider nicht mehr erinnern.

Georg Klysch: Die App war entweder in der c’t oder auf golem.de erwähnt worden. Oder vielleicht auf bsi-fuer-buerger.de?

Jetzt mal ganz spontan: Gibt es eine SiBa-Nachricht, an die Sie sich konkret erinnern?

Georg Klysch: Nicht an eine ­bestimmte. Aber ganz klar an die drei Gruppen Virenwarnungen, Warnungen vor Trojanern, die Festplatten verschlüsseln, und Meldungen über gehackte Adressdatenbanken.

Axel Vedder: Mir ist die Nachricht in Erinnerung geblieben, dass „PayPal“ für Angriffe verwendet wurde.

Haben Ihnen die SiBa-Nachrichten schon mal wirklich weitergeholfen?

Georg Klysch: Nicht im praktischen Fall, da ich meine Systeme überdurchschnittlich gut absichere – aber sicherlich im Zusammenhang mit neuen Trends und der Sensibilisierung für digitale Gefahren. Als Informationsmedium, auch für mein berufliches Umfeld, finde ich die SiBa-App einfach gelungen. Für betroffene User dürften die weiterführenden Links in den Nachrichten von großer Hilfe sein.

Dr. Michael Littger ist Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz Dr. Michael Littger ist Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz © Xenia Fink

Stärkung des Sicherheitgefühls oder Ver­unsicherung – wie wirken die vielen Mel­dungen auf Sie?

Georg Klysch: Eingestellt habe ich die Push-Nachrichten auf die beiden höchsten Risiken sowie sämtliche Lebensbereiche. Die Meldungen sind sehr moderat formuliert. Die App beschreitet meiner Meinung nach einen guten Mittelweg: Die Anzahl der Meldungen nervt nicht und die Neugier bleibt bestehen. Auch wird man regelmäßig daran erinnert, die eigene Datensicherheit zu bedenken.

Axel Vedder: Ich empfinde mehr Sicherheit – ­und Ihre Hinweise lassen sich ja wunderbar filtern. Wenn es zuviel wird, kann man die App auch mal vernachlässigen.

Wer ist denn aus Ihrer Sicht verantwortlich für IT-Sicherheit: Unternehmen, Anwender, Politik oder Behörden?

Georg Klysch: Alle vier! Wollen Sie Beispiele? Anwender posten per Smartphone auf Facebook und teilen somit diesem Anbieter gleich ihre Handynummer mit. Hier müssen ­Verbraucher aufpassen. Und in Firmen werden E-Mails mit Betriebsgeheimnissen unverschlüsselt verschickt. Das geht nicht! Grundsätzlich gilt aber auch: Digitale Kommunikation ist inzwischen so selbstverständlich, dass die Risiken eines Abgreifens von (Meta-)Daten schon aus dem Bewusstsein verschwinden. Hier müssen alle aufpassen. Es kann auch nicht sein, dass das Handy der Bundeskanzlerin abgehört wird.

Axel Vedder: Ja, auch ich meine, dass IT-Sicherheit eine Auf­gabe für alle ist, die am Internet partizipieren.

Schön, dass Sie die SiBa-App nutzen; welche weiteren Angebote für Sicherheit im Netz ­können Sie empfehlen?

Georg Klysch: Zusatzprogramme für IT-­Sicherheit bei Browsern (Add-Ons) wie ­NoScript für den Firefox. Auch Projekte wie TrutzBox und spezielle Webseiten wie die des Sicherheitsportals des BSI helfen ­weiter.

Axel Vedder: Und jeder Nutzer sollte über eine aktuelle Firewall ver­fügen.

Sie haben einen Wunsch frei für digitale ­Sicherheit: Welchen wählen Sie?

Georg Klysch: Eine Aufklärungsarbeit, die der gutgläubigen Haltung „Meine Daten ­interessieren doch eh niemanden“ ent­gegenwirkt. Auch einen verantwortungs­bewussteren Umgang mit den Daten von anderen. Sollten Informationen und Schulungen nichts nutzen, wäre es Aufgabe des Staates, mittels Standards für Datensicherheit zu sorgen. Diese müssen sich selbstverständlich am Wohl des Bürgers orien­tieren.

SiBa-App – Sicherheits­barometer

Die SiBa-App informiert Nutzer über aktuelle, sicherheitsrelevante Vor­fälle im digitalen Alltag. Links ­verweisen auf konkrete Schutzmaß­nahmen sowie auf Tipps, was bei einem Angriff zu tun ist. ­Themengebiete für Sicherheitsnachrichten sind einstellbar sowie auch die Möglichkeit, aktuelle Meldungen als Pushmeldungen zu beziehen. Jede News kann mit Freunden geteilt werden. Die Gefahrenstufe der Meldungen wird über ein Ampel­system angezeigt. Das Angebot wird mit dem Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik, dem Bundeskriminalamt sowie Branchen­verbänden und DsiN-Mitgliedern täglich aktualisiert und ist in allen App-Stores verfügbar.

www.dsin.de/siba


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