IT-Sicherheit für alle Ideen, Inhalte, Initiativen

Wie können wir den sicheren Umgang mit digitalen Diensten für alle Bürger fördern? Mit dieser Schlüsselfrage beschäftigen wir uns bei Deutschland sicher im Netz (DsiN) inzwischen seit zehn Jahren. Wir sind uns darin einig, dass sowohl Bewusstsein als auch Kenntnisse nur durch neue, zielgruppenspezifische Ansätze vermittelt werden können. Genau wie die Online-Angebote, deren Komfort wir alle so zu schätzen wissen, müssen auch unsere Initiativen passgenau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen zugeschnitten sein.

Drei Beispiele sollen exemplarisch zeigen, wie ein doch manchmal recht sperriges Thema wie IT-Sicherheit mit frischen Ideen an verschiedene Zielgruppen vermittelt werden kann:

Bottom-Up: Berufsschüler für IT-Sicherheit

Ein gutes Beispiel für unseren Ansatz, Zielgruppen mit passenden Angeboten anzusprechen, ist das Projekt „Bottom-Up“. Die Idee: Multiplikatoren zum Thema IT-Sicherheit zu identifizieren und diese mit einem intelligenten Programm zu aktivieren. Eine wichtige Zielgruppe sind hier Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Diese jungen Menschen sind die ersten ihrer jeweiligen Jahrgänge, die im Rahmen der Ausbildung den betrieblichen Arbeitsalltag kennen lernen. Häufig arbeiten sie in kleinen und mittelgroßen Unternehmen, in denen Ressourcen für IT-Sicherheit knapp bemessen sind. Durch Unterrichtseinheiten, die im Rahmen von „Bottom-Up“ verfügbar sind, können sich Auszubildende auch aus kleineren Betrieben ein Basiswissen zu praktischer IT-Sicherheit aneignen und in ihre Ausbildungsbetriebe mitnehmen. „Hallo Chef, um Ihr Smartphone abzusichern, sollten Sie sich schleunigst mindestens einen Entsperrcode zulegen!“ Solche praktischen und überaus wichtigen Beispiele erlernen Auszubildende bei „Bottom-Up“, Auszubildende, die ihre Kenntnisse praktisch anwenden. Wir freuen uns, dass dieses Projekt auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird.

Digitale Nachbarschaft

Auch diese Initiative unterstützt bundesweit Multiplikatoren, die Vereinen und engagierten Bürgern in Deutschland Hilfestellung beim sicheren Umgang mit dem Internet geben. Das Vorhaben reagiert auf die wachsende Digitalisierung in ehrenamtlichen Organisationen, denen meist nur rudimentäre Kompetenzen und Maßnahmen in IT-Sicherheit und Datenschutz gegenüberstehen. Die Initiative schult über die nächsten Jahre mehr als eine Million Bürger in grundlegenden Fragestellungen der IT-Sicherheit. Für eine breitenwirksame Vermittlung werden ehrenamtlich engagierte Bürger und Vereinsmitarbeiter als IT-Trainer, sogenannte „Scouts“, zur Weitervermittlung von digitalem Sicherheitswissen befähigt. Eine zentrale Anlaufstelle im Internet bündelt alle Aktivitäten und Materialien des Projekts in einer digitalen Lernplattform.

Auf dem Lehrplan stehen relevante Themen für den Vereins- und Lebensalltag von Anwendern: Vom er­folg­reichen Auftritt in so­zialen Medien, über sichere digitale Mitgliederverwaltung und Buchführung, bis hin zu Crowdfunding werden Koordina­toren und Funktionsträger geschult. Ehrenamtliche erlernen unter anderem digitale verschlüsselte Kommunikation und den sicheren Umgang mit Bezahlung und Datenschutz im Internet.

Scouts, die sich bei der „Digitalen Nachbarschaft“ ausbilden lassen, profitieren gleich dreifach: Sie leisten mit ihrem Engagement nicht nur einen zentralen Beitrag zur digitalen Transformation ihrer ehrenamtlichen Organisation, sondern erhalten auch ein offizielles Weiterbildungszertifikat, mit dem sie die erlangten Qualifikationen beruflich nutzen können. Außerdem werden sie Teil einer bundesweiten Community und profitieren dauerhaft von aktuellem Wissen und Aktionen rund um das Thema Sicherheit im Internet. Das Projekt wird vom Bundesministerium des Innern gefördert, und auch Google unterstützt es von Anfang an.

Dr. Wieland Holfelder ist Engeneering Director & Site Lead der Google Germany GmbH und im Vorstand von Deutschland sicher im Netz e.V. Dr. Wieland Holfelder ist Engeneering Director & Site Lead der Google Germany GmbH und im Vorstand von Deutschland sicher im Netz e.V. © Xenia Fink

Der Goldene ­Internetpreis

Bereits jeder zweite über 60-Jährige ist regelmäßig im Internet unterwegs. Der Goldene Internetpreis prämiert Menschen dieser Altersgruppe, die das Internet selbst kompetent nutzen sowie auch solche, die andere dabei begleiten, in die Onlinewelt einzusteigen. Ein Sonderpreis zeichnet außerdem besondere Projekte aus, die mit mehreren Generationen verwirklicht werden. Dabeisein ist einfach. Teilnehmen kann, wer über 60 Jahre alt und online aktiv ist. Egal, ob als Nutzer von Internetplattformen, Kommunikations- und Organisationstools oder Apps – jeder, der die vielfältigen Möglichkeiten des Internets im Alltag oder für gesellschaftliches Engagement nutzt, ist ein möglicher Gewinner beim Goldenen Internetpreis. Häufig sind es interessante persönliche Geschichten und (Aha-)Erlebnisse, die Teilnehmer mit dem Internet verbinden. Und wer andere beim Erlernen und Erleben der Möglichkeiten des Internets begleitet, ist bei dem Wettbewerb ohnehin goldrichtig.

Häufig sind es persön­liche ­Geschichten, die Teilnehmer mit dem Internet ­verbinden.

Vorbild für andere sein und zeigen, wie vielfältig und nützlich das Internet sein kann – für Menschen jeden Alters: Dafür soll der Goldene Internetpreis Beispiele finden und würdigen. Und für das überaus ehrenwerte „Problem“, das die Engagierten im Lande häufig auch bescheidene Leute sind, gibt es eine Lösung: Freunde, Bekannte und Familienmitglieder können die über 60-jährigen „Digitalprofis“ ebenfalls nominieren.

Der Goldene Internetpreis hat in der Vergangenheit schon tolle Beispiele für die Online-Begeisterung der über 60-Jährigen zutage gefördert. Da diese Bevölkerungsgruppe in Zukunft weiter wachsen wird, bleibt DsiN am Ball. Ansporn für weiterhin gute Arbeit haben wir: die Schirmherrschaft durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

Darüber hinaus unterstützt Google, das ich im Vorstand von DsiN vertreten darf, den Verein bei weiteren zielgruppenspezifischen Aktivitäten. Es ist dabei von Vorteil, dass das Unternehmen selbst in Deutschland an den Themen Datenschutz und -sicherheit arbeitet. Von hier aus werden Produkte zum Schutz der Privatsphäre weltweit entwickelt. Erst im Frühjahr 2016 wurde unser neues Entwicklungszentrum in München eröffnet und bezogen. (Dass unsere neuen Räumlichkeiten ausgerechnet nahe der Münchener Hackerbrücke liegen, ist für uns Computerexperten natürlich ein netter Zufall.)

Ein kurzer Blick in unsere bayerische „Datenschutzwerkstatt“: Hier wird der Web-Browser Chrome in Sachen „Datenschutz“ betreut. Ein bekanntes Beispiel ist der Password Manager, mit dem man sich diverse (hoffentlich stets unterschiedliche!) Passwörter auf verschiedenen Webseiten merken kann.

Auch der Dienst MyAccount (Mein Konto) wurde in München entworfen und programmiert. Eine zentrale Anlaufstelle, über die Nutzer schnell und komfortabel Daten verwalten und Datenschutzeinstellungen vornehmen können inklusive eines Privatsphäre- und Sicherheitschecks. 2015 wurde MyAccount für alle Nutzer weltweit eingeführt und binnen eines Jahres von über einer Milliarde Menschen weltweit genutzt.

Der überwiegende Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Münchener Standort, den ich leiten darf, sind Software-Ingenieure. Sie kommen aus über 30 Ländern. Hier zeigt sich, dass Deutschland längst zu einem Zentrum für Know-how in Sachen IT-Sicherheit geworden ist.

Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir alle gemeinsam – Unternehmen, Initiativen wie DsiN und öffentliche Stellen – auch in Zukunft unseren Teil beitragen, werden wir die Nutzung des Internets gemeinsam immer sicherer machen. Liebes DsiN, herzlichen Glückwunsch und auf gute und vor allem sichere weitere zehn Jahre!

„Bottum-Up“ als ein Beispiel für ziel­gruppen­spezifische Aufklärungsarbeit an ­Berufsschulen ist im Internet unter ­www.dsin-­berufsschulen.de ­abrufbar. Die Heimatseiten der „Digitalen ­Nachbarschaft“ sind unter www.­digitale-nachbarschaft.de erreichbar.


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