Chefsache: IT-Sicherheit @ Mittelstand

Die Digitalisierung hat längst in Werkhallen, Fahrzeuge, Läden und Büros Einzug gehalten. Das ist positiv, denn die umfassende Digitalisierung und Vernetzung der betrieblichen Prozesse und der Kundenschnittstelle wird ein wesentlicher Faktor für die künftige Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sein. Das ist auch den allermeisten Geschäftsführern bewusst – wie unsere aktuelle Umfrage zur Digitalisierung bestätigt. Genauso klar ist der Mehrheit: Hier wird es zu Verschiebungen in der Wertschöpfungskette kommen. Viele Unternehmen setzen sich deshalb mit dem Trend der Plattformisierung auseinander. Zahlreiche arbeiten daran, ihren Kunden passgenaue „Smart Services“ anzubieten. Insbesondere der industrielle Mittelstand steht vor der Herausforderung, die dabei neu auftretenden Sicherheitsfragen offen anzugehen.

Investitionen in Sicherheit  Zahlen sich aus

Hier gibt es bereits eine hohe Sensibilität: Aus unseren Umfragen und der intensiven Diskussion mit den Unternehmen vor Ort wissen wir, dass bei den Geschäftsführern von großen wie kleinen Unternehmen Fragen der Daten- und Informationssicherheit hohe Priorität haben. Denn diese werden als eine der wichtigsten Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung wahrgenommen. Bei der praktischen Umsetzung müssen mitunter noch Schwierigkeiten überwunden werden. Im Zentrum stehen die Fragen nach den wichtigsten Assets des Unternehmens und wie man sie nachhaltig schützen kann – und diese sind vielfach noch nicht abschließend beantwortet.

Sicherheit als Wettbewerbs- und Standortvorteil

Die Digitalisierung im Betrieb gelingt insbesondere dann, wenn das Thema IT-Sicherheit von Anfang an mitgedacht und sukzessive umgesetzt wird. Hier und da kostet das mehr Zeit und Ressourcen. Die Erfahrung der Unternehmen zeigt aber auch, dass es sich lohnt. Große Gefahren gehen hier insbesondere von veralteten Systemen oder Schadsoftware aus, die über E-Mail und Surfen ins Unternehmen gelangen. Solche Risiken sind häufig schon mit überschaubaren Mitteln zu bewältigen, etwa indem automatische Updates aktiviert und Firewalls installiert werden. Oft hilft auch bereits der gesunde Menschenverstand weiter: vorausgesetzt, die Mitarbeiter sind entsprechend sensibilisiert.

Dr. Martin Wansleben ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) Dr. Martin Wansleben ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) © Xenia Fink

Im Rahmen von Industrie 4.0 wird es zu einer durchgehenden internen und externen Vernetzung kommen. Daten, die im industriellen Fertigungsprozess anfallen, werden systematisch erfasst und verarbeitet. Freilich bedarf es dafür einer anderen Sicherheitsarchitektur. Wichtig ist zu klären, wer nicht an die Daten herankommen darf und wie das gewährleistet wird.

Die Entwicklung und Etablierung von sicheren Industrie-4.0-Lösungen „made in Germany“ ist ein Kernthema, an dem wir gemeinsam mit anderen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten. Solche Lösungen bieten auch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für deutsche Ausrüster auf den internationalen Märkten.

Hilfe Bei der Digitalen Transformation des Unternehmens

Die IHK-Organisation bietet Unternehmen Unterstützung auf dem Weg zu einer sicheren Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse an. Denn wir wissen – auch aus eigener Erfahrung –, dass die Geschäftsführung eines jeden Unternehmens gut beraten ist, Daten- und Informationssicherheit als strategisches Thema mitzudenken. So wird digitaler Schutz ein wichtiges internes Thema, mit dem man auch beim Kunden punkten kann. In Kooperation mit Deutschland sicher im Netz e.V. und weiteren Partnern bieten wir die Veranstaltungsreihe IT-Sicherheit@Mittelstand an. Hier vermitteln wir praktische Tipps für die ersten Schritte hin zu mehr Daten- und Informationssicherheit.

Unser Ziel ist es, mit den Veranstaltungen und darauf aufbauenden Aktivitäten in den Regionen einen wertvollen Beitrag zu leisten, um unsere Unternehmen noch besser auf die Herausforderungen einer digitalisierten Welt vorzubereiten.

Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelstand

Die Veranstaltungsreihe ­IT-­Sicherheit@Mittelstand von DsiN und DIHK bietet Entscheidern bundesweit praxisnahe Kurse für digitalen Schutz im Unter­nehmen. Grundlage sind kosten­lose ­Schulungsmaterialien, die von DsiN entwickelt und in den IHKs vor Ort präsentiert werden: in bis zu acht Workshops jeden Monat. Dabei wird den Teil­nehmern eine „Hilfe zur ­Selbst­hilfe“ ermöglicht. Der Bundes­minister für Wirtschaft und Energie ist Schirmherr.

www.dsin.de/it-sicherheit-mittelstand


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